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Computerdeutsch: der, die oder das? Anglizismen richtig verwenden
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Die Computersprache ist voller englischer Wörter. Im deutschen Satz werfen sie Fragen auf: Welcher Artikel? Welcher Plural? Und wie bildet man das Partizip von „downloaden“?
Die Computertechnik wurde über Jahrzehnte vor allem in den USA entwickelt. Mit den Geräten kamen die Wörter. Manches wurde erfolgreich eingedeutscht – Festplatte, Arbeitsspeicher, Datei, herunterladen, Tastatur –, vieles blieb englisch. Vorschläge wie „Klapprechner“ für Laptop haben sich dagegen nie durchgesetzt.
Welcher Artikel?
Englische Substantive haben kein grammatisches Geschlecht. Im Deutschen brauchen sie eines. Einige Faustregeln helfen:
- Oft übernimmt das Fremdwort den Artikel eines deutschen Wortes mit ähnlicher Bedeutung: die E-Mail wie die Post, der Computer wie der Rechner, die Firewall wie die Wand.
- Wörter auf -er werden meist männlich: der Browser, der Router, der Server, der Drucker.
- Wörter auf -ware sind weiblich, nach „die Ware“: die Software, die Hardware, die Freeware.
- Aus Verben abgeleitete Wörter auf -ing sind meist sächlich: das Phishing, das Streaming, das Raytracing.
- Abkürzungen richten sich nach dem Hauptwort dahinter: die CPU (die Einheit), das BIOS (das System), die SSD.
Doppelformen
Manchmal haben sich zwei Artikel eingebürgert, und Wörterbücher verzeichnen beide. Dazu gehören das und der Blog, der und das Laptop, das und umgangssprachlich der Virus. Bei der E-Mail ist in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz auch das E-Mail üblich. Innerhalb eines Textes sollte man sich für eine Form entscheiden.
Der Plural
Viele Anglizismen bilden den Plural mit -s: die Updates, die Laptops, die Downloads, die SSDs. Wörter auf -er bleiben dagegen wie deutsche Wörter unverändert: die Computer, die Server, die Router – Computers ist im Deutschen falsch.
Verben: googeln, downloaden, updaten
Englische Verben werden wie deutsche konjugiert – mit einigen Sonderfällen:
- googeln ist regelmäßig: ich google, ich habe gegoogelt.
- downloaden gilt als trennbares Verb wie „herunterladen“: Das Partizip lautet downgeloadet; gedownloadet wird von Wörterbüchern als falsch eingestuft. Viele weichen einfach auf heruntergeladen aus.
- updaten bildet üblicherweise geupdatet; die Form upgedatet ist ebenfalls verbreitet. Eleganter ist oft aktualisiert.
- liken wird zu gelikt. Ungebeugt ist nach Duden auch geliked möglich, als gebeugtes Adjektiv aber nur gelikte Beiträge.
Scheinanglizismen
Einige Wörter klingen englisch, werden im Englischen aber nicht so verwendet. Das bekannteste ist das Handy, das dort mobile phone oder cell phone heißt. Der Beamer ist im Englischen ein projector. Und wer im Englischen vom Home Office spricht, meint in Großbritannien das Innenministerium; die Arbeit von zu Hause heißt dort working from home.
Deutsch oder Englisch?
Es gibt keine feste Regel. In Anleitungen für Einsteiger sind deutsche Wörter oft verständlicher, in Fachtexten ist der englische Begriff manchmal eindeutiger. Dieses Lexikon nennt bei jedem Eintrag beides, wo es sinnvoll ist, und gibt Artikel und Plural an – zum Beispiel beim Download oder beim Update.
Zum Weiterlesen: Duden: Das Verb „liken“